| Chronik |
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Ein Auszug aus der Manroder Dorfchronik die von 1800 bis 1933 mit Unterbrechungen geführt wurde, andere Eintragungen stammen aus Überlieferungen und dem Manroder Buch zum 100-jährigen Bestehen der Manroder Kirche:
1337 - 18991337 frühester Beleg über eine Kirche in Manrode1600 – 1700 erste Erwähnung einer Lehrerin in Manrode um 1750 Bau der Manrode Kapelle 1796 großer Brand in Manrode Im Jahre 1800 stand die Manroder Gemeinde unter der Regierung des Hochwürdigsten Bischofs Franz Egon zu Paderborn. Die Gemeinde gehörte zu dem Freyherrlich von Spiegelschen Patrimonalgericht zu Roesebeck, welches die Civil- als auch die Comunal-Jurisdici ausübte. 1803 In diesem Jahr trat die königlich preußische Regierung ein. Die bischöfliche Regierung wird aufgehoben, die von Spiegelschen Patrimonalgerichtsarbeit bleibt jedoch bestehen. großer Brand in Manrode 1804 Das Gemeindeschulhaus wurde gebaut. 1806 In diesem Jahr kamen die Franzosen und lieferten in Deutschland mehrere Bataillen gegen Preußen. Auch die Manroder mussten unentgeltliche Kriegsabgaben leisten. Die Einwohner mussten viele Kriegsfuhren leisten, auf welchen einige von denselben Pferde, Wagen und Geschirre verloren haben. 1807 Das Königreich Westfalen wird gegründet. Prinz Hieronimus – aus Napoleons Familie – wird König mit Residenz in Kassel. Die bestehenden deutschen Local- und sonstigen Gesetze werden aufgehoben. Für den hiesigen Raum wurde ein Friedensgericht zu Corbecke niedergesetzt. 1808 Steuern werden eingeführt. Ferner wird das katholische Gesangbuch von Joseph Tillmann, Pfarrer zu Erkeln eingeführt. Das Wohnhaus des Wilhelm Lücken brennt ab. 1811 Meinolph Drolshagen aus Helmern wird Schullehrer. 1812 Manrode muss Kriegssteuern zahlen. In der Nacht vom 07. auf den 08.Dezember brach dem Johann Rosen die .........durch, worauf der das nötige Futter für das Vieh hatte. Darunter in der Kammer schliefen 2 Kinder des Johann Rosen. Der älteste Sohn von 18 Jahren und die jüngste Tochter von 6 Jahren, welche unter der eingestürzten ............. des Futters begraben wurden. 1813 Die westphälische Regierung hört gänzlich auf und die königlich preußische Verfassung tritt wieder in Kraft. 1814 Eine Landwehr und der Landsturm wurden per Verordnung organisiert. Alle fähigen Männer zwischen 17 und 40 gehörten der Landwehr an. Der Landsturm wurde mit Pieken bewaffnet und übte sich sonntäglich stets im Exercieren und sonstigen Manöver. Zu dem in Frankreich ausgebrochenen Kriege mussten die Manroder Gemeinde mittelbar außer der vielen Einquartierungen an Naturalien (Weizen, Roggen, (Branntwein, Erbsen, Salz, Rindfleisch, Heu und Stroh usw.) liefen, nämlich zur Verpflegung der Landwehr. Ferner mussten 103 Fr. 89 Cent zur Anschaffung einer Anzahl Kriegspferde von der Gemeinde bezahlt werden. Die Gemeinde-Capelle wird in Reparatur gesetzt. Der Ortsbeamte ist der Ackermann Hermann Rocus, Gemeinderäthe sind Friedrich Hartmann, Joann Wreden sen., Johann Wreden jun., Christian Stamm, Johann Rosen, Friederich Carl Stromberg und Bernhard Frewer. 1816 Am 18. Januar brannten die Wohnhäuser des Hermann Rochus, Heinrich Götten, Caspar Depmar und Anton Hartmann. Die Häuser des Hermann Rochus und Anton Hartmann wurden im gleichen Jahr wieder aufgebaut. 1818 Unter Regierung seiner königlichen Majestät des Königs von Preußen Fried. Wilhelm der 3. befindet sich die Gemeinde Manrode außerordentlich beglückt. Die jetzige Provinz, wozu Manrode gehört, heißt Paderborn, der Regierungsbezirk Minden, der Landräthliche Kreis heißt Warburg. Der jetzige Herr Landrath ist der Kreisrath von Hiddessen zu Warburg, der jetzige Herr Canton-Beamte ist der Wilhelm Brenken zu Oberklingenburg, der Ortsbeamte der Ackermann Rochus, der Ortseinnehmer der Ackermann Christian Stamm, die Gemeinderäthe Friedrich Hartmann, Joann Wreden sen., Johann Wreden jun., Christian Stamm, Johann Rosen, Friederich Carl Stromberg und Bernhard Frewer. Alle Manroder Einwohner bekennen sich zur Römisch-Christlichen-Catholischen Religion. Die Gemeinde besteht aus 57 Häusern. Der Hauptnahrungszweig ist der Ackerbau. In diesem Jahr wurde um das Gemeinde-Land ein Graben gemacht, welcher 4 Fuß tief und 3 breit ist. Es wurde ein Kälberkamp angelegt, welcher ebenfalls mit einem Graben vorgesehen ist. Die Arbeit wurde von den Gemeindemitgliedern ganz ohne Entgelt entrichtet. Auf dem Kälberkamp wurden 36 Eichen und 60 Obstbäume aller Art gepflanzt. Ein Gesetz über den Zoll sowie die Verbrauchssteuer ausländischer Waren wird eingeführt. Die hierüber vorkommenden Geschäfte werden dem eingesessenen Friedrich Hartmann übertragen. 1819 Originaltext: Übrigens wird bemerkt, daß der Christian Finke, welcher bereits am 25. April gestorben, den 25ten d.M. wieder aus der Erde ausgegraben, und von 2 Aerzten von Warburg aufgeschnitten, indem ein Verdacht war, daß er in der Besaufung des Schankwirts Flickel sollte geschlagen seyen, welches den Tod verursacht hätte. Man fand aber, daß er einer Faulniß wegen gestorben sei. Am 19.06.1819 wird die St. Johannes Nepomuk Schützenbruderschaft vor 1819 gegründet. Die Gründungsurkunde wurde an diesem Tage ausgestellt. Der Ausdruck „vor 1819“ deutet darauf hin, daß die Bruderschaft wahrscheinlich älter ist. Am 27 Oktober abends 6 Uhr ist Anton Raschen ums Leben gekommen, indem ein Baum beim Absägen auf ihn gefallen ist. 1820 Ortsvorsteher Rochus dankt freiwillig ab, neuer Ortsvorsteher wird Bernhard Fräwer 1823 am 18. November hat die Gemeinde Manrode die ersten Steinfuhren für den Neubau der Bühner Kirche geleistet 1824 Am 30. April wurde die alte sehr gefährliche Kirche in Bühne abgebrochen. Ende 1851 und Cholera in Manrode (siehe separater Artikel) Anfang 1852 1856 Am 14. August tobte nachmittags gegen 5 Uhr ein fürchterliches Gewitter. So ein Gewitter hatten selbst die ältesten Einwohner noch nicht erlebt. Keine Fensterscheibe blieb heil, sogar die Dachziegeln wurden zerschmettert. Die gesamte Ernte wurde vernichtet. 1862 Am 26. April tobt erneut ein starkes Gewitter über Manrode. Auf dem Pfingstanger stürzen Wilhelm Frewer und Frau Kristian Pape zu Boden. Originaltext: Wilhelm Frewer hat durch Gottes Gnade sein Leben wieder erhalten. Die Ehefrau Kristian Pape ist todt geblieben. 1864 Am 21. April Großfeuer in Manrode. Die Wohnhäuser des 1 Johann Tebbe 2 Ignatz Gründer 3 Bernhard Gründer 4 Johan Finke 5 Anton Wrede 6 Ludwidgt Hecker 7 Ignatz Frewer 8 Martin Lippold 9 Friedrig Henning 10 August Derenthal 11 Johan Grüner 12 Wilhelm Frewer 13 Andreas Hilkenbach brennen ab. Im ganzen mit Nebenhäusern wurden 16 Häuser ganz vom Feuer vertilgt. Unglücksfälle fielen dabei aber nicht vor. 1879 Am 24. Mai tobt wieder ein schweres Gewitter über Manrode. Josef Menne aus Coerbecke und seine zwei Pferde wurden auf dem Haarbrücker Weg auf dem Remmert vom Blitz erschlagen. 1880 Der Ortsvorsteher Wrede ist gestorben. Neuer Ortsvorsteher wird Friedrig Stamm. Dieser war bis zum 28. Februar 1898 Vorsteher. Leider hat er keine Eintragungen in die Dorfchronik vorgenommen. 1885 Die Gemeinde erhält den Wald Hoher Berg. Der Lammert wird Ackerland. 1897 Die neue Schule wird gebaut. Am 28. Mai wird der Vikar Anton Gockel als 1. selbständiger Geistlicher eingestellt. Er bezieht das Haus Nr. 8. 1898 Im Juli bezieht Lehrer Joseph Leifeld die Schule Vikar Gockel beantragt Anfang des Jahres den Bau der Vikarie, wegen des Bauplatzes entstand Uneinigkeit. Der Rohbau der Vikarie wurde aber in diesem Jahr fertiggestellt. 1899 Am 21. Dezember verstarb Vikar Gockel, nachdem er nur 3 Monate in der neuen Wohnung wohnte.
Cholera in ManrodeCholera in ManrodeDieser Text wurde in die Dorfchronik um 1900 aufgenommen. Im Winter 1851 / 1852 wütete in Manrode die Cholera. Nach den übereinstimmenden Aussagen alter Ortseinwohner und den bestimmten Angaben des behandelnden Arztes Dr. Katzenstein in Borgentreich, später in Cassel, hatte eine gewisse Pallast hier Kleidungsstücke aus einer verseuchten Gegend im Hessischen hinter Cassel geschenkt erhalten. Hierdurch wurde der schreckliche Krankheits-Bacillus nach Manrode verschleppt. Außer der genannten Pallast fielen der verherenden Krankheit 20 – 25 Personen, darunter auch einige Kinder, zum Opfer. Der junge Bühner Kaplan, Herr Hartmann, kam häufig abends nach hier und verweilte nachts in der alten Kapelle, damit den erkrankten sofort der geistliche Beistand geleistet werden konnte. Die Ankunft des eifrigen Herren wurde durch das Glöcklein des Kirchenhauses bekannt gegeben. Die Leichen wurden auf dem Pfarr-Kirchhof in Bühne beerdigt. Auf Nachbarorte griff die Krankheit nicht über. So bereichtet Dr. Katzenstein im Jahre 1888 dem Ackerwirt Franz Justus und Lehrer Leifeld von hier auf deren Anregung mit dem Hinzufügen, dass genannter Winter die schwerste Zeit während seiner langjährigen Praxis darstellte und er besonders tief ergriffen worden sei, als die Seuche auch die im besten Mannesalter stehenden Herren Ortsvorsteher Wilhelm Stamm und dessen Nachbar Ackerwirt Justus hiervon betroffen waren. 1900 - 1999
1900 Am 28 Februar brennt das Haus des Wilhelm Frewer Nr. 45 und Haus Wilhelm Stromberg Nr. 4 nachts 11 Uhr vollständig nieder. Am 29. April kommt Vikar Greve von Paderborn Am 4. Juli brannte das Haus Clemens Löhr Nr. 2 morgens 4 Uhr nieder. Die Wohnungen wurden sofort wieder neu gebaut. Der Kirchbau wird beschlossen.
1000 M 20 Anzüge 1 Weste 500 M Einrichtung einer 1 Paar wollende Arbeiterwohnung Frauenstrümpfe 400 M 1 Milchkuh 2 Pfund Butter 50 M 1 seidenes Damenkleid 1 Taschentuch 3 M 1 Zentner Briketts 1 ½ Schachteln Zündhölzer 1 M 1 leckeres Mittagessen 1 Nagel, der vielleicht nicht einmal kräftig genug ist, einen Schinken daran aufzuhängen.
In diesem Jahr wird eine neue Fahne für die Schützenbruderschaft von den Franziskanerinnen in Salzkotten hergestellt. 2000 - heute
2001 Am 13. Mai brennen die Stallungen des Jürgen Stellpflug nieder. Vom Wohnhaus brennt ein Viertel des Dachstuhles ab. 1000 Jahrfeier Manrode
1.000 Jahre Manrode Am 24.03.2005 wurde ein Festausschuss gegründet, um die 1.000-Jahrfeier im Jahre 2009 vorzubereiten. Dieser befasste sich mit den Planungen für das Festwochenende und traf sich in regelmäßigen Abständen. Es wurden mehrere Veranstaltungen geplant und durchgeführt. Im August feierte der ganze Ort bei optimalen Wetter „1.000 Jahre Manrode“. Die Schirmherrschaft für dieses Fest übernahm Landrat Hubertus Backhaus. Am Mittwoch wurde die obere Trendelburger Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt und die einzelnen Gruppen begannen mit den Aufbauarbeiten. Das ganze Dorf wurde mit Sonnenblumen geschmückt. Hierfür wurden bereits im Frühjahr Sonnenblumensamen an alle Haushalte verteilt. Am 28. August begannen die Feierlichkeiten um 18.00 Uhr mit einem Festhochamt in der Kirche, zelebriert von Weihbischof Manfred Grothe. Anschließend wurde in der Halle gefeiert. Am Samstag und Sonntag herrschte großes Markttreiben mit insgesamt über 30 Ständen in alten Gewändern. Ca. 3000 Besucher kamen von nah und fern. Ereignisse der letzten 10 Jahrhunderte wurden von einzelnen Gruppen ausgearbeitet und in den jeweiligen Ständen dargestellt. Dort wurde u. a. über unseren Schutzpatron Johannes Nepomuk, Martin Luther, aber auch über die hier üblichen Hexenverbrennungen und über das Klosterleben berichtet. Ferner konnte man den Marktfrauen bei ihrer Arbeit zusehen, die sich ebenfalls um die verwundeten Soldaten im 30-jährigen Krieg kümmerten. Die Schusterwerkstatt von Manrode wurde detailgetreu dargestellt. Auch konnte man dem Schreiner und dem Schmied bei Ihren Arbeiten zusehen. Alte Landmaschinen wurden vorgeführt und die Hausfrauenarbeit wie vor 100 Jahren wurden vorgestellt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. So drehte sich an beiden Tagen ein Spanferkel über dem Feuer, über dem Lagerfeuer brodelte im Schwenktopf die Kartoffelsuppe und aus dem Brotbackofen kam ofenfrisches Brot. Aber auch Räuberkartoffeln, Mettwürste, geräucherte Forellen, Reibeplätzchen, Crepes, Waffeln, Liköre, Marmelade und Kochkäse sowie Honig und Met fanden reichlich Absatz. Alles wurde natürlich selbst hergestellt. Auf der Veranstaltungsbühne sorgten der Spielsmannszug Manrode und die Blaskapelle Haarbrück für Unterhaltung. Eine Line-Dance-Vorführung wurde ebenfalls dargeboten. Ein Zauberer und ein „Theater für Kinder“ unterhielten die jüngsten Gäste. Großen Anklang fand auch die Brautmodenschau, bei der Brautkleider von 1909 bis 2009 vorgeführt wurden. Die meisten Brautkleider wurden bei „Manroder Hochzeiten“ getragen. In einem Sketch erzählten zwei Frauen vom Lande in einem Wartezimmer von ihren Wehwehchen und tratschten dabei auch über den Bürgermeister und Ortsvorsteher. In einem anderen Sketch wurde den Gästen verdeutlicht, wie Manrode zu seinem Namen kam. Eine Familie war auf der Suche nach einem Heim. Da allen die Umgebung um den Hohen Berg und Deiselberg gefiel, gab die Frau ihrem Mann ein Beil und rief: „Mann rode!“ Obwohl alle Mitwirkenden am Sonntagabend total erschöpft waren, traf man sich abends noch zum Ausklang in der Halle. Trotz der ganzen Vorbereitungen und Feierlichkeiten kamen Montagmorgen alle und räumten auf. Kurz nach Mittag war alles wieder sauber. Dieses großes Fest haben die Manroder mit Bravour gemeistert. Letztendlich waren alle total begeistert und auch von außerhalb bekam man nur gute Kritiken. Allen Mitwirkenden und Besuchern wird dieses Fest in guter Erinnerung bleiben.
Extreme Wetterverhältnisse
Extreme Wetterverhältnisse in Manrode
Die Chronik ist fertiggestellt !!!
Informationen zur Chronik & Geschichte werden weiterhin gesammelt !!!! |






















